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Die Herren von Horneck

Als Leutold von Wildon um das Jahr 1230 das rechtliche Verhältnis seiner Untertanen zu dem von ihm 1229 gestifteten Augustiner-Chorherrenstift Stainz und der Kirche St. Katharina schriftlich niederlegen ließ, tat er dies mit Zustimmung seines Bruders Ulrich von Wildon und in Anwesenheit und auf Rat der bewährten und ehrenfesten Herren Rudolf von Ligist, Konrad von Horneck, Ortolf von Pergern und Witmar von Hopfgarten. In dieser Urkunde – die allerdings lediglich in Abschrift überliefert ist – tritt die Familie der Hornecker ins Licht der Geschichte, die sich nach der von ihnen wohl auf Salzburger Grund erbauten Burg Horneck oberhalb Tobis nannte. Die Hornecker führten zwar ein Widderhorn im Siegel, doch hat der Name ihres Stammsitzes eher mit dem mittelhochdeutschen Wort hore, das eine sumpfige Gegend meint, zu tun: Horneck wäre somit die Burg über einem Sumpf, was für das Teichgebiet von Tobis auffallend stimmt. Außerdem kommt in den Urkunden auch die Schreibweise „Horenekk“ vor. Konrad von Horneck erscheint in mehreren Urkunden bis 1250, 1241 etwa bezeugt er die Abtretung des Patronates über die Kirche zu Dobel durch den Babenberger Herzog Friedrich II. an den Bischof Heinrich von Seckau. 1243 setzte ihn Ulrich von Wildon gemeinsam mit Heinrich von Pettau zu Bürgen seines Versprechens ein, auf den Gütern des Seckauer Bischofs zu Nassau nur die herkömmliche Vogtei auszuüben. In dieser Urkunde wird auch schon Konrads Sohn Albert genannt. In weiteren Urkunden der Jahre 1243 bis 1248 bezeugt er Rechtsgeschäfte des Erzbischofs von Salzburg, woraus wohl sein Stand als Ministeriale des Erzbischofs ersichtlich ist. Als ortskundiger Nachbar schlichtet er mit anderen Mitte 1250 einen Streit zwischen dem Herzog und dem Domstift Seckau um Güter zu Glanz bei Leutschach zugunsten des letzteren. Konrads Sohn Albert bezeugte am 25. April 1260 die Übertragung der Burg Neuwildon von Ulrich von Wildon an Otto von Liechtenstein. Albert und sein Bruder Otto erscheinen in Urkunden der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Von ihnen stammen wohl jene mindestens zwei Linien der Hornecker ab, deren Vertretern wir im 14. Jahrhundert oft begegnen, eine Zuordnung zu den einzelnen Linien aber schwierig ist. Konrad und Ortolf urkunden in der ersten Jahrhunderthälfte oftmals gemeinsam; beide müssen vor 1349 gestorben sein. Ihre Schwester Diemut war mit Friedrich von Lobming verheiratet, deren beider Tochter Kunigunde wiederum ehelichte Dietmar von Saurau. Konrad und Ortolf waren auch in Krain begütert, wo sie 1338 den Turm bei Sankt Martin an Friedrich von Sannegg verkauften. Die Brüder Friedrich, Werner, Gottschalk, Rudolf, Eberhard und Konrad von Horneck, offenbar Söhne eines 1306 noch genannten Albert, stritten 1332 mit dem Erzbischof von Salzburg um Grenzen im Sausal. Ein Schiedgsericht fällte den Spruch, der Sausal sei freies Eigen des Salzburgers. Dennoch erhielten die Hornecker als Entschädigung 60 Mark Silber zuerkannt. Ortolf und Jöstel von Horneck, die Söhne Ortolfs, verkauften 1355 an Friedrich von Graben um zehn Gulden eine Hofstätte in Graz vor dem Paulustor. Jöstel begegnet 1369 als Propst des Stiftes Admont. Gemeinsam mit ihrem Bruder Albrecht verpflichteten sie sich 1349, die von ihrem Vetter Konrad zum Dominikanerinnenkloster in Graz gestifteten 50 Mark Silber binnen Jahresfrist auszuzahlen. Die Zahlung zog sich aber noch Jahre hin und wurde erst 1354 beglichen, zum Teil mit Gütern zu Gaisfeld, Salla, Petzendorf, Premstätten, am Schöckel und zu Leutzenreut. Von Ortolf und Jöstel erwarb Ulrich von Saurau 1373 die Herrschaft Horneck. Die Saurau waren mit den Horneckern verwandt oder verschwägert; Gertraud von Horneck nennt Kaspar Saurau 1396 ihren Vetter. Verschwägerung ist zumindest über die Lobminger gegeben, denn Friedrich von Lobming war mit Diemut, der Schwester Ortolfs und Konrads von Horneck, vermählt, deren Tochter Kunigund hatte Dietmar von Saurau zur Ehefrau. Und als Wendel von Saurau 1393 Wilhelm Reisperger ehelichte, fertigte Friedrich von Horneck den Heiratsbrief. 1375 war Herzog Albrecht III. Vormund des Kaspar Hornecker und sandte dem Erzbischof von Salzburg vom Hornecker verkaufte Lehen auf, u. a. gelegen bei Ranten und Katsch. Doch sind die Hornecker auch nach dem Verlust ihrer namengebenden Burg bei Preding und Tobis weiter nachweisbar. Der 1409 und 1411 urkundlich genannte Balthasar von Horneck war Pfleger der Burg Schärffenberg in Krain. Vermutlich in Kärnten ansässig war Ladislaus Hornekker, der zwischen 1460 und 1469 mit dem Widderhorn-Typar siegelt; Pfleger auf Lavamünd, scheint er der letzte männliche Sproß der Familie gewesen zu sein. Afra von Horneck, zweite Ehefrau Jörgs von Teufenbach, starb 1504; ihr Grabstein in der Teufenbacher Pfarrkirche zeigt zwei Widderhörner. Abschließend noch kurz zu zwei weiteren Trägern des Namens Horneck (Hornegg): Ottokar aus der Geul (Gaal), Verfasser der großen Reimchronik über die Geschichte der Steiermark in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, erhielt den Beinamen „von Horneck“ zu Unrecht beigemessen. Er gehörte vielmehr zweifelsfrei der Familie der obersteirischen Ritter von Strettweg an. Und Rudolf Hornegg, seit 1945 Sprecher und bald Chef-Radiosprecher der Sendergruppe Rot-Weiß-Rot und 1958 bis 1974 Quizmaster in der Jugendzeit des österreichischen Fernsehens („Quiz 21“), wählte seinen Künstlernamen als 1898 in Wien-Hietzing geborener Karl Graf Schönfeldt. Er hatte zeitweise auf dem von seinem Vater 1917 erworbenen Schloß Hornegg gelebt und noch später schöne Erinnerungen damit verbunden. Rudolf Horneck starb 1984. Seine Frau Dr. Christl Schönfeldt geb. Arnold fungierte lange als Doyenne des Wiener Opernballes.

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