In den Jahren 1603 bis 1607 besaß Anna Maria Watzler die Herrschaft Hornegg und verkaufte 1605 der Bürgerschaft von Preding den sogenannten Mühlacker zwischen Kirchwald und ehemaligem Ziegelstadel, wo sich bald neue Bürger im „Eichig“ niederließen. Die schwer verschuldete Herrschaft gelangte 1607 an Carl von Collaus, den Sohn der Watzlerin, der jedoch schon zwei Jahre später an Hanns Freiherrn von Galler verkaufen mußte. Dieser erließ im Jahre 1609 die denkwürdige Verordnung, daß den Predinger Bürgern gegen ein jährliches Remanenzgeld die Robot erlassen werde, wenn sie nur ihre Kinder ordentlich zur Schule schickten. Anna Galler, gestorben ................., und die Brüder Georg Wilhelm (gest. 1615) und Christoph Galler (gest. 1618) liegen in der Pfarrkirche Preding bestattet, worauf ihre Grabmonumente hinweisen. Balthasar Galler verkaufte Hornegg im Jahre 1617 an Hans Sigmund Wagen Freiherrn von Wagensperg, der die Herrschaft seinerseits schon 1620 wiederum an das Augustiner-Chorherrenstift Stainz, vertreten durch Propst Jakob Rosolenz, weiterveräußerte. Nun kehrte in besitzmäßiger Hinsicht wieder Ruhe ein, denn das Stift besaß Hornegg und das benachbarte, schon früher erworbene Rohrbach-St. Joseph die folgenden 165 Jahre bis zur Aufhebung unter Kaiser Joseph II. im Jahre 1785. „Unterm Krummstab ist's gut leben“, hieß es damals allgemein, und tatsächlich bedrängten die Stainzer Chorherren ihre Untertanen kaum, sondern verkauften ihnen sogar Hofgründe, so das Maineggfeld, einen Teil der Ochsenhalt, den Mühlanger und das Kreuzfeld. Mit der Aufhebung des Stiftes fiel Hornegg, dessen schlechter Bauzustand beklagt wurde, an den Religionsfonds und wurde Staatsherrschaft, obwohl sich sogleich der Feldmarschallleutnant Bernhard Freiherr von Greifenfels dafür interessierte; er konnte allerdings den Kaufpreis nicht aufbringen. Daher finden wir in den folgenden Jahrzehnten Pächter auf Hornegg, etwa um 1800 Johann Knauer. In private Hände gelangte Hornegg mit seiner Versteigerung im Jahre 1827 – als Meistbietender trat Carl Freiherr von Mandell (1787–1828) hervor, einer verarmten französischen Offiziersfamilie entstammend, deren Freiherrenstand vom österreichischen Kaiser erst nach einigen Jahrzehnten offiziell anerkannt wurde. Durch Heirat reich geworden, hatte Carl Freiherr von Mandell schon 1816 die Herrschaften Lannach, Winterhof und Gjaidhof (Dobel) sowie Güter zu Doblegg erworben. Nach Carls Tod erbten schon ein Jahr darauf sein Bruder Ludwig (1784–1848) und dessen Ehefrau Maria Storch von Sturmbrandt die Herrschaft Hornegg; Ludwig war kaiserlich-königlicher Kämmerer, Ausschußrat der steirischen Landstände und wurde 1835 aufgrund seiner sozialen und landwirtschaftlichen Verdienste Ehrenbürger der Stadt Graz. 1823 erwarb er das Forstamtsgebäude in Tobelbad. Auf seinen ebenfalls durch Eheschließung erworbenen Gründen außerhalb des Glacis entstand an der nach ihm benannten Straße in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein ganzes Stadtviertel von Graz, Teil des Bezirkes St. Leonhard, und an der Stelle des Mandellschen Schlößchens steht heute die Alte Technische Universität. 1850 ging Hornegg im Erbwege an Ludwigs Sohn Carl (1811–1851), einen Rittmeister der kaiserlichen Armee, dann an dessen Bruder, Oberstleutnant Rudolf Freiherrn von Mandell (1816–1896), Komtur des Franz-Josephs-Ordens. Doch hatte das Vermögen der Familie nur wenig mehr als eine Generation gehalten. Durch die Aufhebung der Grunduntertänigkeit waren Hornegg seine Untertanen abhanden gekommen, dementsprechend schlecht entwickelte sich seine Wirtschaft. Bei der Versteigerung der verschuldeten Herrschaft im Jahre 1875 erwarb sie der Baumeister Daniel Lapp (geboren im bayerischen Ixheim 1836), der Schloß Hornegg samt den Wirtschaftsgebäuden großzügig zu einem Mustergut ausbaute. Das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Wirken Lapps für Preding und Umgebung – er hatte u. a. die Bahnlinie Schwanberg–Wies errichtet und war großer Wohltäter für die Volksschulen der Pfarre Preding – brachte ihm 1886 die Ehrenbürgerschaft Predings ein. Im selben Jahr wurde er aufgrund seiner Verdienste auf dem Gebiete der Technik und Industrie (Bohrung des Arlbergtunnels, erste steirische Brikettfabrik in Buchberg bei Cilli etc.) in den Adelstand erhoben. Doch 1897 verlegte er seinen Wohnsitz nach Graz, wo er 1910 auch starb, und schenkte Hornegg 1901 seiner Frau Clara geb. Meili, die im selben Jahr mit Johann Henninger tauschte. Nachkommen Lapps lebten später in Graz, Nestelbach bei Graz, Linz-Leonding und Wien. 1904 gelangten die Laibacher Honoratioren Iwan Hribar (Bürgermeister von Laibach) und Dr. Iwan Tavcar, Advokat, durch Kauf in den Besitz von Hornegg, 1908 folgten ihnen Dr. Miecislaus Soltysik und Wanda von Slonecka geb. Domaradzka, 1914 durch Ersteigerung Zeno Gögl. Während des Ersten Weltkrieges erwarben im Jahre 1917 Rudolf Graf Schönfeldt (geb. 1864) und seine Gemahlin Anna geb. della Sudda das Gut und feierten hier 1922 ihre Silberne Hochzeit. Sie veräußerten Hornegg aber noch in jenem Jahr an den Wiener Aktienspekulanten Fritz Steiner und seine Frau Olga. 1925, der Adel war seit 1919 abgeschafft, kaufte Candid (Freiherr von) Suttner Hornegg, mußte jedoch zulassen, daß ab 1930 (Versteigerung) die Erste Preßburger Sparbank AG im Grundbuch (Landtafel) als Besitzerin eingetragen wurde. Der 1884 in Kronstadt (Siebenbürgen) geborene Generaldirektor der vereinigten Elektrizitätswerke des Burgenlandes Ing. Heinz Birthelmer aus Gratkorn erwarb Hornegg im Jahre 1934 und zog mit Ehefrau Irma geb. Erben (geb. 1887), Sohn Heinz (geb. 1912), einer Köchin und zwei Stubenmädchen im Schloß ein. Aus geschäftlichen Beziehungen wohl kannte Birthelmer die Südtiroler Zellulose- und Papierindustriellenfamilie Brigl, die in Niklasdorf eine Papierfabrik gründete (heute noch, allerdings unter anderem Eigentum, die Firma „Brigl & Bergmeister“). So verkaufte er Hornegg 1940 zu drei Viertel bzw. einem Viertel an Martha Brigl und ihren Ehemann Fritz Brigl geb. Arbeiter. Im Dezember 1940 fand im Schloß bereits die Weihnachtsfeier der hiesigen Südtiroler statt. Martha Brigl, seit 1953 durch Kauf Alleineigentümerin, schenkte Gut Hornegg 1961 an ihre Tochter Christiane verh. Holler, die es 1976 bis 1984 je zur Hälfte an ihren Sohn Dr. Jörg Holler, nachmals Bezirksrichter in Stainz, und dessen Ehefrau Theresia geb. Dietmayr weitergab. Seit dem Jahre 2000 wiederum ist deren Sohn Heinrich durch Übergabe Eigentümer des Schlosses. Die Familie wohnt jedoch nicht im Schloß selbst, sondern in einem benachbarten ausgebauten Wirtschaftsgebäude. Im geräumigen Schloß fanden im 20. Jahrhundert vielfach auswärtige Institutionen und Personen Unterkunft: im Zweiten Weltkrieg das Reservelazarett I/A für versehrte Soldaten, in den fünfziger Jahren das „Weltbundlager“ (ein Erholungsheim für Kinder aus allen Nationen), Anfang der 1960er Jahre die „Weststeirische Bauernschule“ als ländlicher Fortbildungskurs und nach 1963 kurz die „Waldschule“ eines Reformpädagogen, die aber wegen Unzukömmlichkeiten bald geschlossen werden mußte. Heute ist Schloß Hornegg vermietet an Ferdinand Penker (geb. 1950 in Klagenfurt), einen international renommierten Künstler und Bühnenbildner, der es gemeinsam mit seiner Ehefrau bewohnt.